Mittwoch, 11. September 2013

Wie gründe ich eine AG (Aktiengesellschaft)

Was ist eine AG?
Eine Aktiengesellschaft (AG) ist, wie eine GmbH, eine Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Die Haftung der Gesellschafter ist ebenfalls auf das Stammkapital begrenzt. Der größte Unterschied ist die Aufstückelung des AG-Grundkapitals in Aktien.

Für wen ist die AG sinnvoll?
Die Gründung einer AG ist besonders für größere Gründungsvorhaben geeignet. Existenzgründer und kleinere Unternehmen scheitern häufig an der Höhe des Stammkapitals von 50.000 €. Des Weiteren ist diese Art der Unternehmung besonders geeignet, wenn viel Fremdkapital aufgenommen werden soll.

Was kostet die Gründung einer AG?
Für die Gründung einer AG muss ein Stammkapital von 50.000 € vorhanden sein. Davon müssen zwar nur 25% als Bankguthaben vorliegen, jedoch muss der restliche Betrag jederzeit verfügbar sein. Zusätzliche Kosten entstehen im Laufe der Gründung durch Rechtsanwalts- und Notarkosten in Höhe von bis zu 2.500 €.

Wie lange dauert der Anmeldeprozess?
Auf Grund von komplizierten rechtlichen Prozessen kann eine Anmeldung einer AG bis zu 2 Monate andauern, in Abhängigkeit wie schnell die jeweils beteiligten Behörden und Anwälte / Notare arbeiten.

Vorteile einer AG
- Die Beschaffung von Fremdkapital ist relativ unkompliziert möglich, da im Gegenzug Aktienanteile des Unternehmens ausgegeben werden können. Dadurch ist es leichter an Fremdkapitalgeber zu akquirieren.
- Auch innerhalb der Geschäftsführung lassen sich Firmenanteile unbürokratisch übertragen (zum Beispiel bei einer Firmennachfolge), ohne Zuhilfenahme eines Notars.
- Die AG hat weltweit einen sehr guten Ruf, der die zukünftige Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten vereinfacht.
- Sozialabgaben für die Mitglieder des Aufsichtsrates entfallen, wodurch Kosten eingespart werden können.

Nachteile einer AG
- Das für die Gründung erforderliche Stammkapital ist insbesondere für Existenzgründer, bzw. kleinere Firmen eine sehr hohe Einstiegshürde.
- Der gesamte Planungs- und Gründungsprozess gestaltet sich als kompliziert und langwierig.
- Die bürokratischen Aufwandskosten sind während der gesamten Betriebslaufzeit sehr hoch.
- Um eine AG zu gründen müssen mindestens 3 Gründer vorhanden sein.
- Die Doppelbesteuerung bei Dividendenausschüttung schmälert den möglichen Gewinn der Aktionäre.

Ablauf einer AG-Gründung
Als erstes muss die Gesellschaftersatzung erstellt werden, in der mindestens folgende Angaben enthalten sein müssen: Firmenname und Hauptsitz der AG, Gegenstand des Unternehmens, Höhe des Stammkapitals, Zerlegung des Grundkapitals (Nennbetragsaktien, oder Stückaktien), Nutzung von Inhaber- oder Namensaktien und Anzahl der Vorstandsmitglieder. Auf Grund der besseren Übersichtlichkeit und der optimierten Kontrolle der Anteile wird die Nutzung von Namensaktien empfohlen.

Die in der Gesellschaftersatzung ausgeschriebenen Aktien müssen nun von den Gründern offiziell (schriftlich) übernommen werden.

Als nächsten Schritt muss der erste Aufsichtsrat berufen werden. Wichtig ist, dass es sich dabei um mindestens 3 Personen handeln muss, die nicht im Vorstand aktiv sind. Des Weiteren wird der Abschlussprüfer für das erste Jahr festgelegt.

Auf Grundlage des von den Gründern erstellten Gründungsberichts prüfen nun Vorstand und Aufsichtsrat den korrekten Ablauf der Gründung.

Sobald die Prüfung abgeschlossen ist müssen die Gründer die Einlage einzahlen, so wie in der Gesellschaftersatzung vorgesehen. Nach notarieller Beurkundung der Einzahlung kann der Beitritt zum Handelsregister vom Notar beantragt werden.

Als letzten Schritt überprüft das Registergericht die Richtigkeit der Angaben und lässt die AG, bei Bestehen der Anforderungen, in das Handelsregister eintragen. Ab diesem Zeitpunkt kann die AG rechtskräftige Geschäfte tätigen und Verträge eingehen.

Dienstag, 3. September 2013

Gründung einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)

 

Was ist eine GmbH?



Die in Deutschland am weitesten verbreitete Gründungsform ist die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Im Gegensatz zum Einzelunternehmen ist die GmbH eine juristische Person und ist auf das Stammkapital haftungsbeschränkt. Grundlage für die GmbH ist das GmbH-Gesetzt (GmbHG).



Für wen ist die GmbH sinnvoll?

Eine GmbH-Gründung ist besonders für Firmen sinnvoll, die aus mehreren Gesellschaftern bestehen, da in dieser Firmen-Form die Haftung der Gründer auf das Stammkapital begrenzt ist. Voraussetzung ist dabei das ausreichende Vorhandensein von Finanzmitteln (mind. 25.000 €).



Was kostet die Gründung einer GmbH?

Bei der Gründung einer GmbH muss ein Stammkapital von mindestens 25.000 € vorhanden sein. Alle zusätzlichen Kosten entstehen durch den bürokratischen Aufwand im Zuge einer Gründung. Durch Anwalts- und Notarkosten entstehen so Gesamtkosten von bis zu 2.500 €.



Wie lange dauert der Anmeldeprozess?

Der Prozess einer GmbH-Gründung ist ein langwieriger bürokratischer Prozess, der bis zu 2 Monate in Anspruch nehmen kann. Eine Betriebsaufnahme kann jedoch schon erfolgen, sobald eine Anmeldung im Handelsregister beantragt wurde.



Vorteile einer GmbH

- Sämtliche Gesellschafter einer GmbH sind nicht privat haftbar, sondern ausschließlich in Höhe des Gründungs-Stammkapitals der Gesellschaft.
- Der Geschäftsführer muss nicht gleichzeitig Gesellschafter sein.
- Im Gegensatz zu einer GbR oder einem Einzelunternehmer können Steuern gespart werden, da auf nicht ausgeschüttete Gewinne die Körperschaftssteuer angewandt wird.
- Durch stille Reserven (Wertunterschied zwischen Buchwert und realem Wert) ist es möglich zusätzlich Steuern zu sparen.
- Die GmbH ist eine eigenständige juristische Person, die zum Beispiel Verträge abschließen kann. Der Geschäftsführer vertritt dabei nur die geschäftlichen Interessen der GmbH.



Nachteile einer GmbH

- Das einzuzahlende Stammkapital von mind. 25.000 € kann insbesondere für junge Existenzgründer eine anfänglich hohe Belastung darstellen.
- Der bürokratisch aufwändige Gründungsprozess kann bis zu 2 Monaten dauern.
- Durch die Buchführungs- und Bilanzierungspflicht ist der Verwaltungsaufwand einer GmbH deutlich höher als zum Beispiel bei einer GbR.
- Die Haftungsbeschränkung kann dazu führen, dass sich das Beschaffen von Krediten schwieriger gestalten könnte.



Ablauf einer GmbH-Gründung

Während des Zeitraums zwischen der Beschlussfassung zur Gründung einer GmbH und der rechtskräftigen notariellen Beurkundung des Gesellschaftervertrags befinden sich die Gründer in einer Vorgründungsgesellschaft. In dieser Phase haften sie mit ihrem Privatvermögen, da sie rechtlich gesehen eine oHG, bzw. eine GbR sind.

Der Notar erstellt auf Grundlage des Gesellschaftervertrags die Gründungsurkunde. Diese ist Grundlage der sogenannten Vor-GmbH. Im Gesellschaftervertrag sind folgende Angaben über die Firma enthalten: Sitz der Firma, Firmenname, Höhe des Stammkapitals, Unternehmensanteile der Gesellschafter, Bestimmung des Geschäftsführers.

Ab diesem Zeitpunkt ist es den Gesellschaftern möglich, rechtskräftige Geschäfte einzugehen. Zu beachten ist, wie schon erwähnt, dass die Gesellschafter in dieser Phase mit ihrem Privatvermögen haften.

Nachdem das Stammkapital eingezahlt wurde, wird der Notar den Handelsregister-Eintrag beantragen. Sobald dies geschehen ist, sollten die Gesellschafter die Eröffnungsbilanz erstellen. Die Zuhilfenahme eines Steuerberaters ist an dieser Stelle unabdinglich.

Die Vor-GmbH geht in die GmbH über, sobald die Gesellschaft in das Handelsregister eingetragen worden ist. Nun können die Gewerbeanmeldung, sowie die Anmeldung beim Finanzamt erfolgen durch den Steuerberater.